Was bedeutet die Pflegereform für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen?
Neue Budgets, andere Leistungsstrukturen und mehr digitale Angebote: Der Referentenentwurf zur Pflegereform enthält zahlreiche Änderungen, die bereits 2027 in Kraft treten könnten.
Die Politik berät den Gesetzesentwurf voraussichtlich im Herbst 2026. Dann wird sich zeigen, wie das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNG) genau umgesetzt wird.
Trotzdem fragen uns viele Familien schon heute, was die Änderungen für sie bedeuten und wie sie sich vorbereiten können. Julia Gitzbrecht, Gerontologin und Qualitätsbeauftragte bei hallo.care, empfiehlt Folgendes:
„Die bestehende Versorgung zunächst weiterführen und das Gesetzgebungsverfahren beobachten. Denn es ist noch nichts beschlossen.“
Trotzdem lohnt es sich laut Julia bereits heute, eine kleine Bestandsaufnahme zu machen. In unserer Checkliste erklären wir, was ihr noch 2026 tun könnt.
Bestandsaufnahme: Unsere Checkliste für pflegende Angehörige
✓ aktuelle Pflegebescheide sammeln
✓ genutzte Leistungen notieren
✓ Aufgaben innerhalb der Familie dokumentieren
✓ privat bezahlte Unterstützung erfassen
✓ Versorgungslücken aufschreiben
✓ einen Plan für Krankheit oder Urlaub der Pflegeperson erstellen
✓ wichtige Verträge und Rechnungen geordnet aufbewahren
✓ das weitere Gesetzgebungsverfahren beobachten
✓ Pflegegrad überprüfen
Unser Tipp
Es lohnt sich auch, noch dieses Jahr den bestehenden Pflegegrad zu überprüfen und bei Bedarf eine Höherstufung zu beantragen. Denn künftig könnte es schwieriger werden, einen höheren Pflegegrad zu erhalten. Die Reform plant eine Erhöhung der Schwellenwerte.
Warum eine Bestandsaufnahme wichtig ist

Eine Bestandsaufnahme gibt den Familien gemäß Gerontologin Julia einen Überblick darüber, wie viel Zeit die Pflege kostet und wer welche Aufgaben übernimmt. Mit diesem Wissen wird es einfacher sein, die Mittel im neuen System optimal zu nutzen.
Wichtig ist vor allem, Versorgungslücken zu erkennen, sagt Julia: „Viele häusliche Pflegesituationen funktionieren hervorragend – solange die Person, die sie organisiert, verfügbar ist.“
Deshalb gehört zu einer guten Versorgungsplanung immer die Frage: Was passiert, wenn diese morgen ausfällt?
Wie werden Versorgungslücken gedeckt?
Denn Pflegebedürftige brauchen auch dann Unterstützung. Hier könnte ein Pflegedienst, eine Haushaltshilfe oder eine verlässliche Vertretung einspringen. Doch auch Hilfsmittel wie ein Hausnotruf oder ein barrierefreies Bad können die Selbstständigkeit fördern.
Deshalb empfiehlt Julia den Angehörigen, zunächst den Bedarf zu betrachten und erst danach die Finanzierung:
- Was brauchen wir?
- Was haben wir bereits?
- Was fehlt?
- Welche Leistung kann dabei helfen?
Wir unterstützen euch gerne
Die Pflegeberaterinnen von hallo.care unterstützen euch dabei, eure aktuelle Versorgung zu betrachten, bestehende Möglichkeiten einzuordnen und Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen.
Gemeinsam schauen wir darauf, was heute bereits möglich ist – und was sich durch die geplante Pflegereform künftig verändern könnte. Klickt auf den unten stehenden Banner, wenn ihr eine Beratung möchtet.