Das Wichtigste auf einen Blick
- Du oder dein Angehöriger können auch mit Einschränkungen komfortabel und sicher zu Hause wohnen.
- Verschiedene Wohnformen richten sich nach Pflegebedarf, Budget und Lebensstil.
- Wer früh plant, bleibt länger selbstbestimmt und kann flexibel auf Veränderungen reagieren.
Frühzeitig planen lohnt sich
Wie möchte ich im Alter leben? Über diese Frage machen sich die meisten Menschen nur wenig Gedanken. Sie verdrängen lange, dass sie vielleicht mal die vielen Stufen in ihrem Haus nicht mehr bewältigen können oder im Alltag Unterstützung brauchen. Und wenn es soweit ist, stehen sie plötzlich unter Zeitdruck. Deshalb lohnt es sich, sich schon in jüngeren Jahren mit dem Wohnen im Alter auseinanderzusetzen. Denn:
- Pflegebedarf kann sich schnell ändern, z. B. durch Krankheiten oder altersbedingte Einschränkungen.
- Altersgerechter Umbau und Förderprogramme brauchen Zeit.
- Pflegende Angehörige, Hausnotrufsysteme, ein Pflegedienst und eine Alltagsbetreuung erleichtern das Leben in den eigenen vier Wänden erheblich.
So kannst du oder dein Angehöriger selbst bei Einschränkungen zu Hause bleiben, soziale Kontakte pflegen und den Alltag sicher gestalten. Denn während früher das Pflegeheim für Senioren irgendwann die einzige Option war, gibt es heute zahlreiche Alternativen.
Viele möchten so lange wie möglich zu Hause bleiben, deshalb gehen wir in diesem Ratgeber auch etwas vertieft darauf ein. Gleichzeitig stellen wir weitere Möglichkeiten vor. Etwa die Senioren-WG, das Mehrgenerationenhaus oder das betreute Wohnen.
Schon gewusst?
Ab Pflegegrad 2 sind regelmässige Beratungseinsätze nach Paragraf 37.3 verpflichtend, wenn man zu Hause von Angehörigen gepflegt wird. Sonst kann das Pflegegeld gekürzt oder gestrichen werden. Doch die Beratungseinsätze sollen keine lästige Pflicht sein, sondern dich und deine Angehörigen unterstützen. Unter diesem Link kannst du bei uns einen Termin für einen Beratungseinsatz nach nach § 37.3 SGB XI buchen.
1. Zuhause bleiben – altersgerecht umbauen

Dein Angehöriger möchte nicht umziehen? Dann kann sein Zuhause an die Bedürfnisse im Alter angepasst werden:
- Treppenlift, bodengleiche Duschen, Haltegriffe im Bad
- Schwellenfreie Zugänge und abgesenkte Arbeitsflächen
- Zuschüsse der Pflegekasse für einen Badumbau oder sonstige wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.
- Zusätzlich gibt es heute Alltagsbetreuerinnen und ambulante Hilfen, die regelmäßig vorbeikommen, beim Einkaufen oder Kochen helfen und pflegende Angehörige entlasten.
Geeignet für dich, wenn:
man selbstständig bleiben will, aber gelegentliche Unterstützung braucht.
Gut zu wissen
Sogar mit Demenz ist es häufig möglich in den eigenen vier Wänden zu leben. In unserem Ratgeber erfährst du, worauf du beim Alleinleben mit Demenz achten solltest.
2. Seniorenwohnung – komfortabel & barrierefrei
Seniorenwohnungen sind speziell auf ältere Menschen zugeschnitten: barrierefrei, ebenerdig oder mit Treppenlift, oft zentral gelegen. Ärzte, Apotheken und Supermärkte sind gut erreichbar.
Zusatzservices wie Hausnotruf oder hausinterne Betreuung können die Selbstständigkeit zusätzlich sichern.
Geeignet für dich, wenn:
dein Angehöriger fit ist, aber Komfort, Sicherheit und altersgerechte Ausstattung wichtig sind.
Tipp: moderne Wohnungen bieten viel Komfort
Es muss nicht immer die Seniorenwohnung sein. Viele moderne Wohnungen sind barrierearm. Eine Möglichkeit ist, das eigene Haus frühzeitig zu verkaufen und dafür eine kleinere Wohnung im Quartier zu erwerben. Das bedeutet nicht nur weniger Barrieren, sondern auch weniger Putzen und mehr Wohnkomfort.
3. Wohnen mit Quartierspflege
In einigen Wohngebieten gibt es Pflegedienste, die die Nachbarschaft betreuen. Das bedeutet:
- dein Angehöriger bleibt in seiner Wohnung
- Bei Bedarf steht sofort medizinische und pflegerische Hilfe bereit
- Pflegende Angehörige werden entlastet
Geeignet für dich, wenn:
dein Angehöriger zu Hause bleiben möchtest, aber auf Unterstützung bei Bedarf nicht verzichten möchte. Wie weiter oben beschrieben, kannst man dafür auch rechtzeitig in eine kleinere, barrierearme Wohnung ziehen, die im Alter viel Komfort ermöglicht.
4. Senioren-WG – Gesellschaft & Selbstständigkeit

Seit einigen Jahren sind Senioren-WGs eine etablierte Wohnform fürs Alter. Dort hat man sein eigenes Zimmer, teilt aber Küche und Wohnzimmer mit anderen Senioren.
Das sind die Vorteile:
- Gemeinsam statt einsam leben
- Gegenseitige Unterstützung im Alltag
- Finanzielle Entlastung
Gut zu wissen
Bei Pflegebedarf muss man nicht unbedingt aus der Wohngemeinschaft ausziehen. So kann sich dein Angehöriger etwa von einem Pflegedienst unterstützen lassen und allfällige Mehrkosten mit weiteren Mitbewohnern mit Unterstützungsbedarf teilen.
5. Mehrgenerationenhaus – Austausch & Sicherheit
Hast du dir oder dein Angehöriger sich schon mal überlegt, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben? Mehrgenerationenhäuser bieten diese Möglichkeit. Ihr seid Teil einer lebendigen Gemeinschaft, könnt Erfahrungen teilen und bekommt Unterstützung im Alltag.
Einige Vorteile:
- Junge Bewohner helfen bei Einkäufen, Organisation oder Technik
- Senioren können ihre Fähigkeiten weitergeben
- Senioren können Eltern unterstützen, indem sie ihre Kinder zeitweise betreuen
- Durch den Austausch mit Jüngeren bleibst du geistig fit
6. Betreutes Wohnen – selbstständig mit Sicherheitsnetz
Dein Angehöriger lebt in deiner eigenen barrierefreien Wohnung und hat Zugang zu:
- Hausnotruf & Alltagsbetreuerinnen
- Regelmäßigen Kontrollbesuchen
- Unterstützung im Haushalt und bei Mahlzeiten
So kann er trotz Einschränkungen eigenständig wohnen, während professionelle Hilfe jederzeit verfügbar ist.
7. Seniorenresidenz – Komfort & Betreuung
Seniorenresidenzen bieten gehobenen Komfort, Freizeitangebote und medizinische Betreuung. Ideal, wenn finanzielle Mittel für Luxus und Service vorhanden sind.
8. Pflegeheim – Rundum-Versorgung
Wenn dein Angehöriger den Alltag nicht mehr selbst bewältigen kann, ist ein Pflegeheim die sicherste Lösung. Betreuung rund um die Uhr und medizinische Versorgung sind garantiert.
Entscheidungs-Checkliste: Welche Wohnform passt zu deinem Angehörigen?
Selbstständigkeit
- Kann dein Angehöriger den Alltag noch selbst erledigen oder benötigt er nur in bestimmten Bereichen Unterstützung?
- Ja → altersgerechter Umbau oder Seniorenwohnung
- Nein → dank Pflegediensten oder pflegenden Angehörigen, können viele trotz erheblichen Einschränkungen lange zu Hause bleiben. Falls aber die Belastungen zu groß sind oder deine Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, ist das betreute Wohnen oder Pflegeheim eine Option.
Sicherheitsbedürfnis
- Fühlst er sich unsicher und braucht er im Ernstfall schnelle Hilfe?
- Ja → Betreutes Wohnen oder Quartierspflege mit Hausnotruf
Pflegebedarf
- Braucht er im Alltag viel Hilfe oder gibt es kognitive Einschränkungen?
- Ja → Pflegeheim, stark betreute Einrichtung oder 24-Stunden-Pflege zu Hause
Soziale Kontakte
- Möchte dein Angehöriger Gemeinschaft und Austausch?
- Ja → Senioren-WG, Mehrgenerationenhaus, Altenheim oder Seniorenresidenz
Finanzen
- Wie hoch ist das Budget?
- Prüft die Kosten von Seniorenresidenzen, betreutem Wohnen oder Umbauten. Gerade beim altersgerechten Umbau unterstützt euch häufig die Pflegekasse. Zudem gibt es staatliche und kommunale Förderungen.
FAQ: Wohnen im Alter
Wann solltet ihr planen?
Am besten ab 60. Frühzeitige Planung sichert Auswahl und Selbstbestimmung.
Wie wohnt man im Alter am besten?
Das kommt auf die Bedürfnisse an. Eine Orientierung liefert dir unsere Checkliste weiter oben. Gut zu wissen: Auch bei Pflegebedarf kann man dank guter Unterstützung häufig weiterhin zu Hause leben.
Welche Alternativen gibt es zu Pflegeheimen?
Dank der Unterstützung der Angehörigen, einem Pflegedienst oder einer 24-Stundenpflege können viele ältere Menschen zu Hause leben. Auch ein Betreutes Wohnen, eine Senioren-WG, eine Tages- oder Kurzzeitpflege können eine Alternative zum Pflegeheim sein.
Welche Unterstützung gibt es zu Hause?
Alltagsbetreuerinnen, Hausnotrufe, mobile Pflegekräfte, eine 24-Stundenpflege und Entlastung für Angehörige ermöglichen ein sicheres Leben zu Hause – auch bei Einschränkungen. Zudem gibt es die Möglichkeit einer Tages- oder Kurzzeitpflege. Das heißt, dein Angehöriger wird stunden- oder tageweise ausserhalb seiner Wohnung betreut.
Was kostet betreutes Wohnen?
Abhängig von Region und Leistungspaket. Prüfe die Verträge sorgfältig.
Fazit
Heute kann man auch mit Einschränkungen lange zu Hause wohnen – sicher, selbstbestimmt und komfortabel. Frühzeitige Planung, altersgerechte Anpassungen und passende Betreuungsangebote sind der Schlüssel. So gestaltet man seinen Lebensabend nach seinen Vorstellungen – egal welche Wohnform man wählt.