Barrierefreier Umbau: So könnt ihr Zuschüsse und Förderung nutzen

Inhaltsverzeichnis
Mit zunehmendem Alter kann die eigene Wohnung schnell zur Herausforderung werden. Ein barrierefreier Umbau macht das Leben sicherer und einfacher. Dank Zuschüssen von Pflegekasse, Ländern und Städten muss dein Angehöriger dafür nicht alles aus eigener Tasche bezahlen. Bald unterstützt die KfW wieder eine altersgerechte Wohnungssanierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person für Maßnahmen wie Treppenlifte oder Haltegriffe.
  • KfW-Förderung: Einzelmaßnahmen bis 2.500 €, Standard „Altersgerechtes Haus“ bis 6.250 € (voraussichtlich ab Frühjahr 2026 wieder verfügbar).
  • Kommunale Zuschüsse: In manchen Städten kannst du oder dein Angehöriger bis zu 30.000 € bekommen, z. B. in Frankfurt am Main.

Warum ein barrierefreier Umbau sich lohnt

Wenn man älter wirst, kann die eigene Wohnung manchmal unpraktisch oder sogar gefährlich werden. Stufen, enge Türen und ein ungeeignetes Bad erschweren den Alltag. Ein Umbau:

  • macht den Alltag sicherer
  • reduziert das Sturzrisiko
  • erleichtert die Pflege
  • erhöht den Wert der Immobilie

Laut der Handelszeitung wird der Bedarf an barrierefreien Wohnungen bis 2030 stark steigen. Ein Umbau ist also nicht nur praktisch, sondern auch eine kluge Investition in die Zukunft. Unter diesem Link erfährst du mehr zum Thema Wohnen im Alter.

Eine Frau fährt mit einem Treppenlift die Treppe hoch. Hier Mann schaut ihr dabei zu – Wohnen im Alter.
Treppenlifte machen es möglich, dass man trotz Einschränkungen zu Hause leben kann.

Fördermöglichkeiten im Überblick

Pflegekasse

Wenn du einen anerkannten Pflegegrad hast, kannst du Zuschüsse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bekommen:

  • Bis zu 4.180 € pro Person, mehrere Pflegebedürftige im Haushalt erhöhen den Zuschuss auf 16.720 €
  • Keine Einkommensprüfung nötig
  • Gefördert werden z. B. bodengleiche Duschen, Treppenlifte, Haltegriffe, Schwellenabbau und rutschfeste Böden

Wichtig: Antrag immer vor Beginn der Umbauarbeiten stellen. Wir unterstützen dich und deinen Angehörigen gerne dabei. Klicke einfach auf den Link, wenn du von unserer Pflegeberatung profitieren möchtest.

KfW – Investitionszuschuss 455-B

Der Staat wird ab dem Frühling 2026 barrierefreie Umbauten wieder verstärkt unterstützen. Denn es beginnt erneut das Programm „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ (455-B) der Förderbank KfW. Dafür sieht der Bund 50 Millionen Euro vor. Das Programm richtet sich an private Eigentümer, Mieter oder Vermieter. Auf folgende Unterstützung können Interessierte laut der Handelszeitung zählen:

  • Einzelmaßnahmen: bis 2.500 €, Standard „Altersgerechtes Haus“: bis 6.250 €
  • Antrag voraussichtlich ab Frühjahr 2026 möglich
  • Voraussetzung: Baumaßnahmen dürfen noch nicht begonnen sein

Gut zu wissen

Planst du barrierefreie Umbaumaßnahmen, kannst du auch von zinsgünstige Darlehen profitieren. Zurzeit unterstützt die KfW-Bank mit dem Programm 159 altersgerechte Umbauten. Sie bietet Darlehen mit attraktiven Zinssätzen im Wert von bis zu 50.000 Euro.

Landesförderung

Viele Bundesländer haben eigene Programme, die den barrierefreien Umbau zusätzlich unterstützen. Sie laufen oft über Landesbanken oder Wohnbauförderungen und können Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite umfassen. Die Höhe und Voraussetzungen unterscheiden sich stark, abhängig von deinem Bundesland.

Kommunale Förderungen

Möglicherweise profitierst du auch von einer Förderung in deiner Stadt oder Gemeinde. Die Höhe der Zuschüsse hängt aber stark von deinem Wohnort ab. In manchen Städten gibt es gar keine Förderung, in anderen bis zu 30.000 €. Die Vermittlungsplattform Aroundhome hat Folgendes herausgefunden:

  • Frankfurt am Main: bis 30.000 €, max. 50 % der förderfähigen Kosten, einkommensunabhängig
  • Hamburg: bis 20.000 €, einkommensabhängig
  • Düsseldorf: bis 10.000 €, mit Einkommensprüfung
  • Mannheim: 10–25 % der Kosten, unabhängig vom Einkommen
  • Keine Förderung gibt es unter anderem in Berlin, Essen, Köln, Bonn, Wuppertal, Bielefeld und Dortmund.  München hat sein Programm aufgrund ausgeschöpfter Mittel momentan pausiert. Leipzig hingegen bietet über das Land Sachsen eine Förderung an.

Tipp

Landes- oder kommunale Förderung lassen sich oft mit Pflegekassen- und KfW-Zuschüssen kombinieren. Stelle die Anträge immer vor Beginn der Arbeiten, um die Förderung nicht zu gefährden.


✅ Checkliste für deinen barrierefreien Umbau

  1. Schau dir die Wohnung genau an – wo braucht dein Angehöriger mehr Sicherheit?
  2. Prüfe alle Fördermöglichkeiten – Pflegekasse, KfW, Kommune
  3. Priorisiere die wichtigsten Maßnahmen – z. B. Bad, Treppen, Türen
  4. Plane die Finanzierung – Zuschüsse kombinieren, Kredit bei Bedarf
  5. Hol dir Fachleute dazu – Handwerker, Architektin, Wohnberater und Pflegeberaterin
  6. Stelle die Anträge rechtzeitig – bevor du mit dem Umbau beginnst
  7. Dokumentiere alles – Fotos, Rechnungen, Nachweise für die Zuschüsse

ℹ️ Infobox: Sinnvolle Maßnahmen für dein Zuhause

In Deutschland gibt es klare Regeln dafür, wann eine Wohnung barrierefrei ist. Die DIN-Norm 18040-2 legt fest, wie Türen, Flure, Räume und Bäder gestaltet sein müssen, damit dein Angehöriger sich auch mit eingeschränkter Mobilität oder im Rollstuhl problemlos bewegen kann.

Für Rollstuhlfahrer sind manchmal größere Mindestmaße nötig, damit genug Platz zum Wenden und Rangieren bleibt. Die detaillierten Vorgaben für dein Bundesland findest du in der jeweiligen Bauordnung. In der folgender Tabelle siehst du sinnvolle Maßnahmen im Überblick. 

Bereich Maßnahme Vorteil
Bad Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, rutschfester Boden Weniger Sturzrisiko, einfacher Alltag
Treppen & Eingänge Treppenlift, Rampen, Handläufe Sicherer Zugang, mehr Selbstständigkeit
Türen & Flure Schwellen abbauen, Türen verbreitern Leichter Zugang für Rollator/Rollstuhl
Alltagsunterstützung Beleuchtung, rutschfeste Böden Sicherheit und Komfort im Alltag
Pflegefreundlich Pflegebett, Halte- & Stützsysteme Entlastung der Pflegepersonen, längeres selbstständiges Wohnen

FAQ – schnell beantwortet

Ein Badezimmer mit einer barrierefreien Dusche.
Eine ebenerdige Dusche erleichtert die Körperhygiene.

Ab wann kann ich KfW-Zuschüsse beantragen?
Voraussichtlich ab Frühjahr 2026, sobald die KfW ihre Antragsplattform bereitstellt.

Wie viel zahlt die Pflegekasse?
Ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 € pro Maßnahme und Person, bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €.

Welche Umbauten werden gefördert?
Badezimmer (bodengleiche Dusche), Treppenlift, Türverbreiterungen, Schwellenabbau, Haltegriffe, rutschfeste Böden.

Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?
Ja, Zuschüsse der Pflegekasse, KfW und Kommunen lassen sich meist kombinieren.

Lohnt sich ein Umbau finanziell?
Ja, dein Angehöriger profitiert von mehr Sicherheit, Komfort und einem höheren Immobilienwert.


Fazit

Ein barrierefreier Umbau lohnt sich in jedem Alter: Er macht den Alltag sicherer, komfortabler und unterstützt die Selbstständigkeit. Dank Zuschüssen von Pflegekasse, KfW und Kommunen könnt ihr die Kosten deutlich senken.

Plant den Umbau sorgfältig, priorisiert die wichtigsten Maßnahmen und holt euch fachliche Unterstützung – so bleibt das Zuhause auch im Alter komfortabel, sicher und lebenswert.

Kontaktiere uns

Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, so sprecht uns an – nur einen Klick oder Anruf entfernt, sind wir persönlich, direkt und unkompliziert für euch da.

Wir freuen uns auf deine Nachricht: