- Aktiv und gesund leben: Pflegeberaterin Simone betont die Bedeutung von Bewegung, gesunder Ernährung sowie dem Verzicht auf Rauchen und viel Alkohol für ein selbstständiges Leben im Alter.
- Körper und Geist fit halten: Soziale Kontakte, Routinen und geistige Aktivität helfen, Einsamkeit und geistigem Abbau vorzubeugen.
- Frühzeitig vorsorgen: Simone empfiehlt regelmäßige Gesundheitschecks und eine sichere, barrierefreie Wohnung zur Vermeidung von Stürzen.
Was sind die Ursachen von Pflegebedürftigkeit im Alter?
In Deutschland sind mittlerweile knapp sechs Millionen Menschen pflegebedürftig – und die Zahl steigt weiter, da die Bevölkerung immer älter wird. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht nur Abhängigkeit von Unterstützung im Alltag, sondern stellt auch eine enorme finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem dar und beansprucht viele Angehörige stark.
Die gute Nachricht: In zahlreichen Fällen lässt sich vorbeugen. Simone, Pflegeberaterin bei hallo.care, betont, dass jeder selbst Einfluss nehmen kann, um den Verlauf zu mildern oder das Risiko zu reduzieren. Auch andere Fachleute aus dem Gesundheitswesen teilen diese Einschätzung.

Zu den häufigsten Ursachen im Alter zählen unter anderem:
- Demenz
- Altersdepressionen
- Zivilisationskrankheiten wie Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes
- Sturzbedingte Verletzungen, etwa Oberschenkelhalsbrüche
Oft spielen dabei Lebensgewohnheiten eine entscheidende Rolle. Simone erklärt, dass es nie zu spät sei, sein Verhalten zu ändern – selbst dann nicht, wenn bereits gesundheitliche Probleme bestehen. Aus ihrer Sicht lassen sich Risiken in fünf Bereichen besonders gut beeinflussen.
Bewegung
Zu wenig körperliche Aktivität führt im Alter zu einem schnelleren Abbau der Muskulatur und erhöht dadurch die Gefahr von Stürzen. Deshalb ist regelmäßige Bewegung auch im höheren Alter sehr wichtig. Simone empfiehlt:
- Kraft- und Gleichgewichtstraining: Bereits kurze tägliche Einheiten reichen aus. Übungen wie Kniebeugen oder das Training mit kleinen Gewichten lassen sich problemlos zu Hause durchführen.
- Rehasport: Viele ältere Menschen profitieren von angeleitetem Gruppentraining. Diese Kurse werden häufig ärztlich verordnet und von Krankenkassen unterstützt.
- Ausdauertraining: Aktivitäten wie Spazierengehen oder Treppensteigen stärken Herz und Kreislauf. Wer unsicher beim Gehen ist, kann Hilfsmittel wie einen Rollator nutzen.

Ernährung, Getränke und Rauchen
Eine ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker kann langfristig zu Übergewicht oder Mangelerscheinungen führen. Deshalb ist eine ausgewogene Kost mit viel Gemüse, pflanzlichen Lebensmitteln und hochwertigen Fetten wie Oliven- oder Leinöl besonders wichtig.
Als Getränke eignen sich vor allem Wasser und ungesüßte Tees. Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden, da er zahlreiche Krankheiten begünstigt und die Sturzgefahr erhöht. Auch der Verzicht auf Rauchen spielt eine große Rolle bei der Vorbeugung vieler altersbedingter Erkrankungen. Für Veränderungen ist es nie zu spät.
Geistige Aktivität und soziale Kontakte
Viele ältere Menschen verlieren im Alltag feste Strukturen oder soziale Einbindung. Simone beobachtet, dass dadurch häufig Antrieb und Lebensfreude sinken, was sich auch negativ auf die geistige Gesundheit auswirken kann.
Deshalb sind geistige Herausforderungen und soziale Kontakte besonders wichtig. Hobbys, Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten mit anderen tragen dazu bei, das Gehirn aktiv zu halten. Simone selbst organisiert gerne Spieleabende, da diese nicht nur Freude bringen, sondern auch soziale Bindungen stärken.
Auch Hörbücher können eine gute Unterstützung sein, besonders wenn das Sehvermögen nachlässt, da sie die Vorstellungskraft anregen.
Vorsorge und medizinische Kontrolle
Regelmäßige Arztbesuche werden häufig hinausgezögert, obwohl Vorsorgeuntersuchungen viele Krankheiten früh erkennen können. Wichtige Werte wie Blutzucker, Cholesterin sowie Seh- und Hörfähigkeit sollten regelmäßig überprüft werden.
Simone empfiehlt zusätzlich ein eigenes Blutdruckmessgerät für zu Hause, da Messwerte dort oft zuverlässiger sind als in der Arztpraxis. Eine regelmäßige Kontrolle hilft, Risiken wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu reduzieren.
Auch Medikamente sollten regelmäßig überprüft werden, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Sichere Wohnung und Notfallvorsorge
In Wohnungen älterer Menschen können Teppiche, Kabel oder Möbel schnell zu Stolperfallen werden. Diese sollten möglichst entfernt oder gesichert werden. Besonders das Badezimmer gilt als risikoreicher Bereich, da hier Stürze häufig vorkommen. Unter folgendem Link kannst du überprüfen, wie sicher die Wohnung deiner Angehörigen ist.
Umbauten zur Barrierefreiheit werden in vielen Fällen von der Pflegekasse unterstützt. Ziel ist es, die Wohnung so sicher wie möglich zu gestalten.
Für Notfälle können Notrufsysteme eine wichtige Hilfe sein. Diese ermöglichen schnelle Unterstützung und können im Ernstfall entscheidend sein, um schwere Folgen zu verhindern.

Fazit
Pflegebedürftigkeit ist nicht in jedem Fall unvermeidbar. Wer sich frühzeitig mit dem Älterwerden auseinandersetzt, kann aktiv gegensteuern. Eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Vorsorge sowie soziale Einbindung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Simone ist überzeugt, dass viele Menschen heute bessere Möglichkeiten haben als frühere Generationen, um lange selbstständig zu bleiben – vor allem, wenn sie rechtzeitig beginnen, auf sich zu achten.